LEL ohne Fitting-Dummheit oder Wahnsinn

Es gibt eine Menge Extremsportler, und für alle gilt, wenn Sie sich nicht adäquat vorbereiten, werden nicht nur schlechte Ergebnisse erzielt, sondern auch Erkrankungen Unfälle oder sogar Todesfälle passieren. Stephan hat wieder besseren Wissens alles ignoriert und ist nach langer Fahrpause nach einem Lungenriss auf ein neu zusammengestelltes ungefittetes Rad gestigen und ein Langdistanzgefahren. Er durfte dafür mit offener Gesäßhaut, nachhaltiger 14-tägiger  Erschöpfung und diversen Grenzerlebnissen wärend der Fahrt dafür bezahlen. Des Menschen Wille….

Er ist mit einem blauen Auge davon gekommen. Bitte nicht nachmachen.

Nachfolgend sein Erlebnisbericht.

Der Große Unbekannte!
LEL (London-Edinburgh-London)
1419km und 10 km verfahren.

Eine Herzenssache der Engländer ist die alle 4 Jahre ausgetragene Veranstaltung sehr wohl.
Es geht nur darum , dass Vereinigte Königreich mit England und Schottland zu verbinden.
Die Iren mögen mir verzeihen, wenn sie erst zum Schluss dieses Reiseberichtes Erwähnung finden.
Ein großes Stelldichein an der Davenant-Foundation School in Loughton bei London.
Fahrer aus 33 Nationen nehmen Teil an dem außergewöhnlichem Erlebnis, was sich ins Schottische Hochland und zurück als Lektion und reine Selbsterkenntnis bedeuten und zu verstehen ist.

High Tech Renner, Liegeräder, Räder der Sonderwertung mit Vollverkleidung, Tandems, Randonneure, alles und jedes in bunter Vielfalt des gelebten Radfahrerdaseins.

Die Startzeit wird vom Fahrer selbst festgelegt. Vorheriger Prolog zum Buckingham Palast nach London rein wahr jedem freigestellt. Ich entschied mich für die mögliche Variante. Mich damit zu belohnen, wenn das tatsächlich vollbracht war anschließend London zu besuchen.


Um 6.45h am Sonntag morgen fuhr ich in meiner Gruppe E von 50 Fahrern los.

Meine Vorstellung den Tag zur Nacht und wieder zum Tag werden zu lassen und bis Edinburgh durchzufahren zerschlugen sich am Sonntag Nacht.

Bis dahin schaffte ich 398 km bis zur Station Thirsk. Dort angekommen bemerkte ich beim Duschen zwei Druckstellen am Gesäß, die am Montag morgen zwei eingelagerte Blutergüße waren.Mit steigenden Schmerzen beim Sitzen brachten mich auf die Idee einen Satteltausch vorzunehmen.Vielleicht noch rechtzeitig um schlimmeres zu verhindern,Mein ganz eigenes

Martyrium sollte noch kommen.Ein Fahrradladen in Brampton hatte zum Zeitpunkt meines Eintreffens geöffnet,kurz entschlossen kaufte ich einen Stufensattel zur Dammentlastung.Im Anfang ging die Rechnung auf und es fuhr sich besser.Durch 2 sogenannte Bag-Drops,die der Fahrer frei als Depot für Wechselbekleidung wählen darf,legte Ich vorher Edingburgh und Barnard Castle fest.

Dadurch konnte ich passender Weise auch die Radhosen frisch anziehen und so das Entzündungsrisiko zu minimieren.Mit zusätzlicher Zinksalbe verhielt es sich an der Grenze des möglich fahrbaren.Das Sitzen wurde zum Problem und so fuhr Ich am Dritten Tag etwa 100 Kilometer im Stehen.Beine Hart wie Beton,Verkrampfte Nackenmuskulatur waren die Folge.

In jeder Zeit des Brevet LEL dachte ich immer eine Etappe weiter.Bei Insgesamt 21 Stationen

dehnte Ich so gut es ging Nacken,Arme und Beine und versuchte von Mal zu Mal meine Mitte zu finden.Dabei half Mir meine Frau Anna,die mich psychologisch immer wieder aus der Ferne aufbaute und an mich geglaubt hat.Meine Familie und Freunden sei natürlich auch Dank gesagt.

Allen die Mich unterstützt und an Mich geglaubt haben.Zu mindestens 3 Zeitpunkte während der Großen Fahrt war Ich bereit aufzugeben,Mich diesem Blödsinnigen Langstrecken Brevet nicht mehr auszusetzen.Einfach nur in den nächsten grünen Straßengraben zu legen und Nur zu schlafen.In diesen Klaren Momente der Aufgabe fand ich die Unterstützung durch kleinste Unbekannte Willensgedanken meiner Frau,meiner Familie.Mich selbst dabei aufzugeben ist leicht,aber die Liebenden,die Warten,bangen,Hoffen,Angst haben und einen,zu enttäuschen,die das einem erst ermöglicht haben,Nein Man(n) fährt weiter.Und wenn auch nur mit 5 km/h,Weinend,Schmerzend,Alles Verspannt,Knie,Bänder,Schlimmes Gedankenspiel.Ich gab das Versprechen meiner Frau,wieder heile zurück zu finden nach Deutschland.Im Regen am 3. Tag,der Für mich alles entscheidende Tag von Brampton Nach Market Rasen.Den Wenn Ich diesen Tag mit 301 Km schaffe,werde Ich den Folgetag mit weiteren 269 Km schaffen.Auf Insgesamt 11000 Höhenmeter fahrend,ein nicht Enden wollendes Welliges Terrain mit Atemberaubender Landschaft,

Schafen,Kapellen,Ländereien und Linksfahrendem Verkehr,und durch und Durch hilfsbereiten Menschen.So durfte Ich dieses Land ein kleines Stück in reinem Herzen mit nach Hause nehmen.Der 3. Tag ist deshalb für mich herausragend,weil es früh um 3.30Uhr mit Wecken und Aufstehen begann.Also früh losfahren und versuchen,4 Etappen mit Insgesamt 301 Km zu bewältigen.Hinauf nach Barnard Castle,es ist noch Dunkel,das Licht aber schafft allmählich eine

Verzauberte Landschaft mit Frühtau an den Wiesen und Pflanzen,einzelne Nebelschwaden durchweg gefahren,hinauf auf den Berg.Ein Fluss entlang der Straße ,Die Natur eins mit Mir.Ich darf mich sehr glücklich schätzen,in diesem Moment genau Hier zu sein,Es erscheinen Mir im Geiste unsere Geliebten auf unsere Welt leider nicht mehr lebenden die Mir sagen,Du schafft es,Du wirst es Stück für Stück befahren mit Leid,mit Schmerz,mit tiefer Dankbarkeit,In Wehmut,In Liebe meiner Frau gegenüber,der Ich das Versprechen gab,komm heile zurück.Und es packt mich Durch den Tag,den Späten Abend mit einsetzendem Regen und 6 ´Grad Celsius,Gegenwind,schon über hunderte von Kilometern.Ich male in Gedanken einfach das Ortsschild Market Rasen,wünsche und hoffe endlich auf die Pause,die doch so bitter nötig ist,nach 18 Stunden Fahrzeit.Ich überhole Fahrer,die mir scheint,auf dem Rad schlafen,Andere Überholen Mich,wohl auch mit dem Mut der Verzweiflung. Die Erlösung folgt zeitgleich mit Wirren Gedanken,über wiedermalige Aufgabe,Das Schild von Market Rasen,Ich liebe es,das Schild von Market Rasen.Essen,Trinken,Kettenöl,Wasserflaschen reinigen und auffüllen,Körperreinigung,Hosen waschen,in Handtücher einwickeln,gleichzeitig zu trocknen durch Körperwärme nutzen.Das ist für mich die Bedeutung von Brevet fahren,Brevet leben,Brevet sich selbst ganz nah bringen.Ich schlafe nach gefühlten 30 Sekunden tief und fest ein.Mittlerweile bin Ich in 60 Stunden Fahrzeit 1150 Kilometer weit gefahren.

Der 4. Tag fängt mit gutem Frühstück an.Ich sitze um 5 Uhr auf dem Fahrrad und weiß,heute kann alles passieren.Auch das Ich vielleicht tatsächlich ankomme in Louhgton,zurück aus Schottland in unendlichen Bildern,die sich im Kopf breit gemacht haben. Ob acht ,Kein Fahrfehler;keine Defekt hexe,Kein Wild gewordenes Schaf ,das einem in Schlagdistanz vom Rad reißt,alle Träume in Sekunden in Auflösung wegwischt.Mit den Blessuren zu fahren lernen.Tiefpunkte durchleben schaffen,Ich habe es bis in den 4. Tag geschafft.Von anderen Mitstreitern wir berichtet,das Mittlerweile etwa jeder Dritte aufgeben musste. Ob durch Sturz,Materialschäden Irreparabler Natur

oder ganz einfach Menschliche Schwäche.In diesem Augenblick wird mir Klar,das Ich das Geschenk bekommen habe,über mehrfache Aufgabe durch mich selbst,und sitze immer Noch auf diesem Verdammten Geliebten Fahrrad.Es packt mich und Ich weine und bin angekommen,nach etwa 1300 Kilometern.St.Ives und Great Easton sind die letzten 2 Orte bzw. Stationen vor Loughton, London,dem Zielort.Die Menschen stehen auf der Straße und applaudieren,wohl wissend,

Stepp Foto LEL1was es bedeutet sich zu tragen und auch getragen zu worden zu sein bis hierher.Danach brechen alle Dämme und Ich fahre wie ein Besessener.Es ist extrem Wellig auf den Letzten 74 bzw. 46 Kilometern.Zudem sind aus vom Vortag 6 Grad Celsius heiße 38 Grad Celsius geworden,der heißeste Tag mit Tropenwind in England in 2013.So wild und sagenhaft die Natur erscheint,so zeigt sich das Wetter.Um 21.59 Uhr bekomme Ich den letztenStempel ins Brevet-Heft eingetragen,Die Ankünftler liegen sich in den Armen.Interviews werden gemacht,Tränen und Ale fließen gleichzeitig.Ich sitze auf einer Bank,schwitzend mit nackten Füßen derweil und betrachte das Ganze.In meinem Herzen. Es war tatsächlich eine Prüfung, nicht der Strecke wegen,nicht der Länge wegen, Nein….dem Ganz Eigenen Unbekannten in jedem von Uns.