Vom 8. bis 16. August 2015 haben sich tapfere Radler das Revival der Fernfahrt aus dem Jahre 1893 geliefert.

Auf originalen alten Stahlrössern der damaligen Zeit scheuten Sie weder Schmerzen noch Schweiß um das Fahrgefühl unserer Ahnen nachzuempfinden.

Erlebnisbericht Fernfahrt Wien-Berlin 2015

Organisation und Ausführung : Stepp Klasen Opel-Fahrrad-Klassik

Die Vorlage bot die erste Langdistanz im Wettstreit zwischen Reiter und Radfahrer im Jahre 1893 von Wien nach Berlin. (Die Beschreibung der Originalfahrt findet Ihr unten auf der Seite)

Uns ging es darum, den Beweis anzutreten, dass selbst nach über einhundert Jahren auch heute noch die alten originalen Fahrräder aus dem Hause Adam Opel das Zeug dazu haben, diese Fernfahrt zu meistern.

Dabei ging es nicht darum, einen neuen Streckenrekord aufzustellen, in Anbetracht der großen Hitze und der fast durchweg asphaltierten Straßen und Pättkeswegen auch gar nicht vergleichbar. Vielmehr stand die alte Technik im Vordergrund, dazu sah das Profil der Wegstrecke alles andere als nach Flachetappen aus. Die Eckdaten der Fernfahrt von Wien nach Berlin: 750 Kilometer mit weit über 6000 Höhenmetern. Der trainierte Radsportler wird müde gähnen und sagen , ja und ?

Keine elektronische Schaltung mit 22 Gängen kam zum Einsatz, wir sprechen hier von Fahrrädern, die teilweise mit 54/21 Zähnezahl betrieben werden, und da wird die Luft schnell dünn, im wahrsten Sinne des Wortes. Die einzelnen Fahrräder unserer Helden der Landstraße waren allesamt aus den 1910-20iger Jahren mit wohlklingenden Modellbezeichnungen versehen wie „das Opel Sieger-Wien Berlin“ aus dem Jahre 1911 oder der „Flitzer“ , der seinen Namen bekanntermaßen über ein damaliges Preisausschreiben der Adam Opel AG erhielt.

Desweiteren die Berufsfahrerräder „ZR3“ sowie das „Modell Nr.3“, der Urahn des „ZR3“ . Dazu kam ein Tourenrad aus dem Jahre 1922 mit aufrechter Sitzhaltung und Tourenlenker, was sich in der Kombination aus Maschine und Fahrer als unschlagbar am Berg herausstellte, dazu später mehr.

Mit 9 verrückten Radfahrern, anders kann man sie nicht bezeichnen, und 2 Begleitpersonen in Opel Materialwagen ging die Tour am 06.08.2015 von Rüsselsheim nach Wien los. Vollbepackt mit Fahrrädern, Ersatzteilen, 50 Litern Trinkwasser, unzähligen Riegeln und leckeren getrockneten Landjägerwürstchen im Gepäck.

Dort angekommen, besuchten wir Herrn Harald Cap in seinem Fahrradgeschäft, was seit der Gründung am 1. Jänner 1930 dort existiert. Der Grund unseres Besuches ist einfach zu erklären: sein Vater und Onkel ,Otto und Walter Cap, fuhren in den 1920iger Jahren für den Rennstall Opel auf internationaler Bühne Rennen.

Und das sehr erfolgreich, wie verschiedene Bilder von der Weltmeisterschaft in Budapest 1928 zeigen. Platz 5 für Walter Cap und Platz 7 für Otto Cap unterstreichen deren herausragenden Platzierungen bei dieser Weltmeisterschaft auf Opel-Fahrrädern. Mit glänzenden Augen berichtete Harald Cap aus alten Rennfahrerzeiten seines Vater und Onkels.

Der nächste Tag wurde nicht weniger spannend mit dem Besuch des Stammbetriebes Opel & Beyschlag ,welcher in 3 Jahren 125 Jähriges Jubiläum Feiern wird.Vor Ort wurden wir vom Enkel des Mitbegründers Beyschlag empfangen,wobei natürlich Firmengeschichte vom Feinsten präsentiert wurde.

Der Nachmittag wurde im Heurigen gefeiert, natürlich sehr enthaltsam mit viel Wasser und klassischen Wiener Schnitzeln. Da die Quecksilbersäule bereits 38 Grad Celsius anzeigte, verkniffen wir uns das kühle Blonde.

Tag 1 Wien-Hrotovice 113 Km 1000 Hm 38 Grad Celsius

Tags darauf wurden wir um 8.15 Uhr morgens von Herrn Markus Opel und weiteren Mitgliedern der Alt-Opel IG zum Startort Wien-Floridsdorf begleitet. Der Andrang der Menschen und Interessierten ließ vermuten, dass hier wohl gleich ein hochdotiertes Profi-Radrennen gestartet wird. Die Karawane startete gegen 9.15 Uhr nach unzähligen Interviews durch einen österreichischen Fernsehsender dann endlich Richtung Korneuburg. Diesen Ort erreichten wir über die Prager Straße, welche damals schon Josef Fischer (Sieger der Fernfahrt Wien- Berlin 1893 auf Opel Victoria Blitz) gefahren war. Danach fuhren wir über immer kleinere Straßen und ausgezeichnete Radwege Richtung Hrotovice,dem ersten Tagesziel. Dabei wurden 113 km mit 1000 HM überwunden. Am ersten Radfahrtag stieg das Thermometer wieder auf 38 Grad an ,so dass unsere Versorgungsfahrer in Ihren Fahrzeugen ständige Wasserrationen verteilten und jeder Radfahrer mit mehr als 10 Liter versorgt werden musste. Glücklich und ausgelaugt erreichten wir gegen 18 Uhr unser Hotel. Wellnessoase und Schwimmbad wurden ausdauernd von uns belagert.

Tag 2 Hrotovice-Rozsochatec 96 Km Wegstrecke mit 1200 Hm.

Tageshöchstwerte von 38 Grad. Celsius war ja zu ahnen !

Mit anfänglich flachem Streckenabschnitt wurde es sehr wellig mit steilen Passagen. Den steilsten Anstieg des Tages meisterte ein einziger Fahrer auf seinem Fahrrad fahrend.

Es war Germar Heinrich, der besagte Mensch auf seinem Tourenrad aus 1922 mit richtigen Übersetzung von 42/28.Alle Radfahrer applaudierten Ihm, schiebend und schnaubend vor Hitze und rinnendem Schweiß, der in den Augen brannte. Verteufelte Opel-Maschine,das Gefährt ist seit dieser Stunde hochgehandeltes Objekt der Begierde bei den Teilnehmern.

Mit vielen kleinen Pausen kamen wir sicher am Tagesziel an, Übernachtungsort Penzion „na zamku“. Rozsochatec,ein Schloß Inmitten grüner Landschaft mit vorgelagertem See und ,ja natürlich, einer Doppelgarage, die als wunderbarer Serviceraum umfunktioniert wurde.Es wurden kleinere Arbeiten wie Kettensäuberung und Kettenspannung durchgeführt. Bis hierher hatten alle Fahrräder perfekt funktioniert,auch wenn dass monatelange Training vor der großen Fernfahrt anderes gezeigt hatte.

 Gelöste Kurbeln, gerissene Pedalaugengewinde durch maximalen Druck am Berg, gebrochene Sattelkloben und weitere Kleinigkeiten ließen nur gewisse Geschicklichkeit im Umgang mit dem alten geliebten Material zu. Dazu gehörte auch eine Zweigangnabe von Fichtel und Sachs, welche aus dem Jahre 1922 stammt. Diese wurde vor der Fernfahrt dreimal zerlegt und immer wieder mit Feinschliff und handgefertigten Bauteilen in einwandfreie Funktion versetzt.

Tag 3 Rozsochatec-Praha (Prag) 108 km mit 1380 Hm, 41 Grad Celsius

Die augenscheinliche Königsetappe am heißesten Tag der Tour verhieß nichts Gutes für Mensch und Maschine. Deswegen starteten wir bewußt sehr früh und legten die ersten 40 fast flachen Kilomter möglichst zügig zurück.

Die Bergprüfung kam danach stetig und ständig mit andauernden Aufs und Abs,wobei die Anstiege gefühlt zu Fuß oder von unserem Allstar fahrender germar grrrrrrrrr. gemeistert wurden.

Zwischenzeitlich wurden mehrfache Regelverstöße festgestellt, hatten doch einige Teilnehmer ihre Übersetzungen bergfähig gestaltet,so dass o Wunder mehrere Teilnehmer immer länger fahrend die Berge erklommen. Was will da die UCI schon ausrichten? Gefühlt waren wir alle Sieger an diesem Tag als Prag vor uns auftauchte und schließlich Aabends bei einem kühlen Blonden angestoßen wurde.

Tag 4 Prag-Dresden 123 Km 700 Hm 37 Grad Celsius

Die nächste Etappe nach einem Ruhetag war für uns im Auftakt sehr gut. Neue Kraft geschöpft und weitere erlaubte oder unerlaubte (wer hat eigentlich das Reglement vorgegeben) Eingriffe in das Material vorgenommen, Übersetzungtabellen mit dem Streckenprofil verglichen und das Rad angepasst.

Bei allen spuckten Entfaltungstabellen im Kopf herum und es gab anscheinend kein schöneres Thema,wobei die landschaftlichen Reize Tschechiens und der fast wieder sichtbaren deutschem Boden einige Energieschübe freisetzten.

Solch wunderschönes Wegenetz führte die Kameraleute unter uns ständig zu Zwangspausen am Straßenrand , um mit der Kamera bewaffnet Schnappschuss um Schnappschuss zu machen.In Litomerice angekommen , hinweg über einen Sandweg mit steilem Anstieg fuhren plötzlich alle dauerhaft den Berg, hmmmmm. Merkwürdig ?! Keineswegs, da man ja berücksichtigen muss, dass mittlerweile ein starker Trainingseffekt einsetzte. Abfahrten zu einem Flusslauf der Labe brachten uns wiederum in eine malerische Landschaft.Danach kam der dicke Hammer mit der Maximalsteigung der Tour mit 18% Steigung. Da ging es ans Eingemachte und es wurde alles aus den Sportmaschinen herausgeholt und fast alle kamen fahrend über den Berg. Ja , wie erklärt man(n) weitere Superlative, wenn es dafür keinen Wortschatz gibt ?

 Der Königsberg wurde unerträglich lang und jeder fuhr jetzt seine ganz eigene Etappe nach Alpe de Huez hinauf. Im Durchschnitt mit 10-16%, ein Wahnwitz für alte Fahrräder und alt aussehende Radler. Ich ziehe den Hut vor allen wetteifernden Wadenbolzern,die sich nach geraumer Zeit oben an dem Scheitelpunkt der „Bergetappe“ wieder zusammenfanden.

Die Belohnung ließ nicht lange auf sich warten und in einer berauschenden Abfahrt ohne Helm und Gurt, sondern mit stilvoller Radmütze und gestrickten Radhandschuhen und klassischer alter Radhose mit Ledereinsatz fuhren wir im Gruppetto im Affenzahn mit 60 Stundenkilometern zu Tale. Keiner dachte in diesem Augenblick über irgendwelche Defekte oder Rahmenbrüche nach, behütet im doppelten Sinne machte sich ein breites Grinsen in den Gesichtern von Friedel Morhard, Mike Gürgens, Jean-Marc Bach, Fabrizio Sitzia, Gerd Jajschik , Germar Heinrich, Denny Hafermann, Jo Wächter und meiner Wenigkeit Stepp Klasen breit.

Pedalumdrehung um Pedalumdrehung kamen wir dem Elberadweg näher, den wir zum Schluss in Dresden angekommen locker des Weges rollten. Bemerkt hatten wir nur, dass es irgendwie spät geworden sein musste. Um 21.00 UHR erreichten wir gemeinsam unser Nachtquartier. 13 Stunden im Sattel waren gemeistert worden ,von Mensch und Maschine, unversehrt und mit keinerlei Defekten, die uns hätten aus der Ruhe bringen können. Das Meisterstück als Etappe war vollbracht.

Tag 5 Dresden-Cottbus 101 Km 400 Hm

Nach einem Ruhetag ging es weiter in Richting Cottbus und es machte sich fast Gelächter breit, als erklärtes Tagesziel sich bei etwas über 100 Kilometer Wegstrecke abzeichnete.

Die Temperaturen waren um 1 Grad Celsius auf satte 36 Grad Celsius gefallen, fast flach kam uns diese Tagestour vor, zumal wir sehr lange hohes Tempo im gegenseitigen Windschattenfahren immer ausgefeilter beherschten. Die Bucksche Schweiz lud zuweilen mit phantastischem Wegenetz ein. Es wurde von einigen Fahrern sogar ein mittägliches Bad in einem See genommen, war das doch glatt der kälteste Tag seit Tourbeginn in Wien

Tag 6 Cottbus-Berlin. 125 Km 300 Hm 33 Grad Celsius

Die letzte Tagesetappen führte uns gemeinsam mit unseren unerschütterlichen Versorgern mit Begleitfahrzeugen Anko Slagter ( er fuhr auch einen Teil mit seinem Fahrrad mit, eine Knie- OP hatte leider nicht alle Etappen zugelassen) und Rainer Anders in Richtung Berlin, wo wir am Nachmittag erwartet wurden.

An dieser Stelle ist den beiden ein ganz großes Kompliment zu machen. Ohne die Beiden lägen wir bereits als Skelette irgendwo zwischen Wien und Berlin und wären verdurstet. Danke schön für eure immer währende Fürsorge.

Spreewald präsentierte sich mit einem perfektem Radroutennetz bis kurz vor die Tore von Berlin, als doch plötzlich „Defekt“ aus den hinteren Reihen der Mannschaft zu hören war. Nach einer 5 minütigen Blitzreparatur ( man suche bei diesem Wortspiel das gesuchte Fahrzeug) fuhren wir direkt zum KADEA Betrieb zur Bessemerstrasse im Stadtteil Tempelhof. Die „Kathedrale der Arbeit“ steht seit den 1910 Jahren für einen excellenten Opel-Betrieb, dessen Gebäudekonstruktion mittlerweile sogar denkmalgeschützt wurde. Die Familie Still bereitete uns einen wunderbaren Empfang, so dass wir jetzt eigentlich am Ende unseres Vorhabens angelangt wären, ja wenn da nicht die verrückten Radfahrer wären.

Aber das ist eine andere Geschichte bzw. wird eine andere Geschichte, wenn es heißt

München-Mailland 2017

Die Eckdaten: 700 Kilometer Wegstrecke 10600 HM ?? Grad Celsius.

Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen hier nicht genannten Personen, ohne die
diese Unternehmung nicht hätte stattfinden können.

Mit radsportlichem Gruß aus Essen (Ruhrgebiet)

Stepp Klasen
Opel-Fahrrad-Klassik

 

 

 

 

 

 

Fernfahrt Wien-Berlin Anno 1893

Der Start in Floridsdorf bei Wien

Die Lorbeeren der Distanzreiter und Distanzgänger ließen die Radfahrer nicht ruhen, auch ihrerseits einmal die 582,5 Kilometer betragende Strecke Wien – Berlin in gegenseitigem Wettbewerb zu durchmessen. Der „Deutsche Radfahrerbund“, die „Allgemeine Union“ und der „Sächsische Radfahrerbund“ vereinten sich und schrieben eine Distanz-Radfahrt Wien-Berlin aus.

Diese nahm am 29. Juni 1893, früh von halb 5 bis 7 Uhr, von der Station Floridsdorf bei Wien ihren Anfang. Von 150 angemeldeten Theilnehmern aus Deutschland und Osterreich=Ungarn waren 117 am Start erschienen und setzten sich in der angegebenen Zeit in Gruppen von je 10 Fahrern mit einem Abstande von 5 Minuten in Bewegung. Als „Favorit“ für Deutschland galt als erster Stelle August Lehr aus Frankfurt a. M., der aber schon sehr bald mit seiner Maschine stürzte, wobei diese zertrümmerte, und in Jungbunzlau die Distanzfahrt aufgeben mußte. Unter den österreichischen Theilnehmern gab es keinen ausgesprochenen „Favorit“.

Ganz Wien interessirte sich lebhaft für die Sache der Radfahrer, und Tausende waren in der Frühe des 29. Juni zum Start in Floridsdorf hinausgeeilt, um der Abfahrt zuzuschauen.

Verpflegung und Kontrolle

Das Komité hatte auf der ganzen Fahrstrecke Vorsorge getroffen für die Anmeldung, Verpflegung und Sicherheit der Theilnehmer. An den Kontrollstationen mußte sich jeder durchpassirende Fahrer einschreiben, worauf ihm selbst in sein Fahrtenbuch der entsprechende Vermerk eingetragen wurde. Außer für die Verpflegung der Fahrer war auch überall für Bäder, Massage und ärztlichen Beistand gesorgt, ebenso waren Mechaniker für eine etwa erforderliche Reparatur der Räder vorhanden.

Besonders schwer hatten die Theilnehmer durch den häufig sehr schlechten Zustand der Straßen zu leiden, die in Oesterreich vielfach nur mit zerschlagenen Steinen beschüttet und nicht chaussiert waren, mehr noch durch gewaltige Gewitter, die sie während derr Fahrt durch Böhmen trafen. Manchem der Wettfahrer wurde durch Sturm und Regen ein vorzeitiges Ziel gesteckt. Einzelne verfehlten auch bei Nacht und Unwetter trotz der überall angebrachten Zeichen den richtigen Weg. Trotzdem meldete aber schon am Vormittage des 30. Juni der Telegraph die staunenswerthen Fortschritte einzelner Fahrer. Zahlreiche Freunde und Kollegen der Betreffenden machten sich auf und eilten ihnen als „Pacemaker“ entgegen, um sie zum Ziel zu führen.

Am Steuerhäuschen auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin, das als Ziel bestimmt war, hatte man eine Ehrenpforte errichtet, die mit den Fahnen Deutschlands und Oestereich=Ungarns, sowie mit zahlreichen Wimpeln und Laubgewinden geschmückt war und den Radfahrern ein „Willkommen in Berlin“ und „All Heil“ entgegenrief. Der erste Ankömmling wurde von der dort harrenden Menschenmasse begeistert empfangen.

Es war Josef Fischer aus München, ein kräftiger Mannn von 32 Jahren, der am 30. Mittags 1 Uhr 10 Minuten eintraf und die ganze Strecke in 31 Stunden 1 Minute 22 2/5 Sekunden zurückgelegt hatte.

Dreiviertel Stunden später kam Georg Sorge aus Köln, als Dritter folgte Franz Gerber aus Graz.

der Sieger Josef Fischer

Die zuerst anlangenden 30 Fahrer wurden prämiirt, wobei Fischer als erster Sieger einen prächtigen silbernen Humpen erhielt und natürlich ließen es sich auch die Vereine nicht nehmen, den Siegern einen festlichen Empfang zu bereiten.

Die Leistung Fischer’s kommt erst dadurch in ein richtiges Licht, wenn man bedenkt, daß bei dem Distanzritt Wien-Berlin der Sieger Graf Starhemberg 71 Stunden 40 Minuten gebraucht hat. Ein Schnellzug durcheilt dieselbe Strecke in 14 Stunden 10 Minuten, ein Personenzug in 18 bis 19 Stunden.

 

die zehn ersten Plätze belegten:
Josef Fischer, auf
OPEL München
Georg Sorge, Köln
Franz Gerger, Graz
Christian Andersen, Kiel
Max Reheis, Wasserburg
Paul Mündner, Berlin
Oscar Jander, Dresden
Hans Traugott Hirsch, Magdeburg
Franz Drorak, Smichow