Ellen Scholz-Triathlon WM-Australien

Wege zum Ironman 2016 in Australien- Zweitbeste Deutsche- Erlebnisbericht einer Siegerin

startseite-ellen-scholzViele Jahre ist es her als Ellen sich das Erste mal bei mir zum Bike Fitting vorstellte.

Gespickt mit Mut, Ausdauer und einer riesen Portion Ehrgeiz stellte sie sich damals einer der komplexesten Herausforderungen im Sport-dem Triathlon.

Das Fundament war wohl schon in früheren Jahren als Leistungsschwimmerin gelegt.
Nun war es an uns, Sie bestens, seitens des Radfahrens dafür vorzubereiten.

img_0972Hauptaufgabe ist es dabei die Sportlerin in die dafür optimale Position für kraftvolles, ausdauerndes Radfahren mit idealem Übergang in den Laufsport zu bringen. Das ist keineswegs ein einmaliges Procedere, sondern ein Prozess über Monate bzw. Jahre, in dem der Sportler sowohl die Haltung den Umgang mit seinem Stoffwechsel, den technischen Herausforderungen, dem physischen und psychischen Schwankungen und vielem anderen erlernt.

Ellen hat in Ihrer Laufbahn einen Tiefschlag hinnehmen müssen und sich hervorragend daraus hervor gekämpft. Eine akute Erkrankunghat sie erheblich zurückgeworfen.

Aber, und das macht eine gute Sportlerin aus, sie konnte die Krankheit kurieren und sich danach wieder vorkämpfen und fast alle überholen. Wir durften Sie dabei begleiten.
Dazu war das medizinische Bike Fitting bei uns quasi Lebensnotwendig. Ich bin sehr glücklich, das wir sie da raus führen und ihr zu Ihren weiteren Erfolgen helfen konnten.

Wie sagt man: „Chapeau“- ich ziehe den Hut vor so viel Courage und Willenskraft.

Herzlichen Glückwunsch zu deinem weltmeisterlichem Erfolg, Ellen. Du hast dir mit dem Ironman 2016 in Australien selbst die Krone aufgesetzt. Da haben sich doch alle Mühen gelohnt.

Was ich an dieser Stelle noch erwähnen möchte, sie schaffte das alles ohne verbissen zu sein oder gar zu irgendwelchen Mitteln zu greifen.

Ellen ist damit ein hervorragendes Vorbild für alle Sportler ihrer Disziplin.
Eine wichtige Stütze dabei ist, denke ich, Ihr Mann, Uwe Scholz, der Ihr immer zur Seite steht und Sie berät.

Nachfolgend unter den Bildern könnt Ihr Ellens Erlebnisbericht  und Plazierung von der Weltmeisterschaft lesen.

Am 04.09.2016 war es endlich soweit! Wettkampf! Ironman Weltmeisterschaften 70.3. in Australien in Moololaba. Ein Lebenstraum geht in Erfüllung!
Um 04.00 Uhr geht der Wecker. Wir holen noch unsere Freunde ab und auf geht es zum Wettkampf. Das Wetter ist perfekt, windstill, zum Glück. 2 Tage vorher beim Probeschwimmen hatten wir noch 2 m hohe Wellen, heute Morgen ist das Meer glatt gebügelt. Um 7.35 Uhr ist mein Start. Noch mal die Gedanken sortieren. Südafrika im Januar die Qualifikation um 1 Minute verpaßt und auf Mallorca im Mai im Regenrennen nach einem sehr harten Halbmarathon dank toller Unterstützung geschafft. Jetzt 4 Monate intensive Vorbereitung abgschlossen, ich und meine Unterstützer haben alles getan, um mir heute einen tollen Tag zu bescheren.
Startschuß, dadurch das meine Agegroup AK 50 gemeinsam startet, ist es immer Wasser recht entspannt. Ich kann sogar Altersklassen Athleten aus früheren Startgruppen einholen. Mit 33 Minuten bin ich auch voll im Plan. Dann kommt der erste Wechsel aufs Rad. Die extrem lange Wechselzone ist für alle gleich lang, aber 1 km in Radschuhen zu laufen ist nicht unbedingt meins. Kaum auf dem Rad kommen direkt die ersten kleinen Rampen, aber die Beine sind gut heute. Nach 45 km auf dem Highway kommt das Stück, wo alle Athleten viel Respekt vor haben. Die 3 bösen Rampen, alle 3 nicht lang, jeweils 2 bis 300 m aber eine Steigung von deutlich mehr als 20 %. Die Dritte macht Dich alle, mental als auch körperlich, die Beine sind schwer wie Blei, die restlichen kleineren Hügel bekomme ich gut hin und mit 3 h auf dem Rad, bin ich deutlich besser unterwegs als erwartet. Und wieder diese lange Wechselzone, in Radschuhen laufen ist einfach nicht meins. Der Wechsel klappt super. Die Laufstrecke macht es nicht leichter. 500 m ertsmal den Berg rauf, 30 Grad noch dazu, also Augen zu und durch. Viel trinken und runterkühlen und einen kühlen Kopf bewahren ist angesagt. Der Halbmarathon hat 2 langgezogene Anstiege und zwei weitere knackige kurze Anstiege im Programm, schade Bestzeit ging nicht, aber mit meinen 2 h bin ich einfach nur happy. Am Ende habe ich diesen Tag einfach nur genossen. Meine Finisherbilder zeigen das ich einen geilen Tag hatte. Die Platzierung ist auch top. Zweitbeste Deutsche, Platz 31 von 90 Startern in meiner Agegroup gegen die besten der Welt.
Danke an meinen Trainer Andreas Wind, an Bettina Zünkeler (Physio und heilenden Hände, www.auszeit-blankenstein.de), an Anna für ein perfektes Rad (Fittinglabor Bergetappe www.bergetappe.de ), Mareike Schüllenbach für Cavs und für die top Verpflegung (www.compressport.de) und an Thomas Eckhardt für das tolle Outfit (www.cycwear.de) und Ausdauerschule Bunert (www.ausdauerschule.bunert.de ) für die Tempohärte.
So gehts!

So gehts!