Ironman 70.3 Luxembourg am 18.6.17

Man muss den Hut ziehen vor jeder Sportlerin die Monate und Jahre investiert
um solche Erfolge sauber, fair und erfolgreich zu bestreiten.
Ellen Scholz hat sich mit Ihrer ihr ganz eigenen Willenskraft schon ganz
weit nach vorne gekämpft.
Krankheiten und Verletzungen verarbeitet Sie bravurös, Trainingsfehler werden konsequent angegangen, Eitelkeiten gibt es für sie nicht.
Wir haben Sie nun schon viele Jahre begleitet, gefittet und sie zum Wettkampf vorbereitet.
Nur ein gesundes Netzwerk von Fitter, Trainer, Physiotherapeutin, Zweiradmechaniker und stützendem Partner (Uwe Scholz) kann eine Sportlerin so robust machen und ihr den Weg ebnen.
Wir graturlieren zu den neuen Erfolgen.
 Nachfolgend könnt Ihr den Wettkampf aus der Sicht der Athletin erleben:

 

Nach meinem schweren Sturz im Mai beim Wettkampf auf Mallorca, wo ich in der Wechselzone mit meinem neuen Rad beim Rauslaufen aus der Wechselzone hingefallen bin, ist die Anspannung riesig groß. Werden sich mein Mr. T 2 und ich vertragen und endlich mal unser Potential ausschöpfen? Alle sind angereist, meine Schwiegereltern, mein Trainer Andreas Wind, zusätzlich hat auch noch mein Mann Geburtstag.

Die Vorbereitung war ein wenig kompliziert, da Ich doch erhebliche Probleme mit meinem Oberschenkel und meiner Hüfte hatte, aber alles egal, keine Zeit für Ausreden.

 

 

Start 9:15 h mit Rollingstart (das ist gut, da man sich nach eigener Einschätzung einsortieren kann, ich wähle optimistisch 24 bis 30 Minuten Schwimmzeit für die 1,9 km, ich muss doch meine Zeit mal unter 30 Minuten geknackt bekommen. Wir schwimmen bei 23,5 Grad Wassertemperatur im Neo. Die Strecke ein Highlight. Wir schwimmen in der Mosel, erst ca. 500 m gegen den Strom dann 950 m mit dem Strom und dann wieder 450 m gegen Strom. Ich gehe mit meinem Triathlonkollegen Andi Maus ganz nach vorne, er ist ein Superschwimmer, vielleicht kann ich an Ihm dran bleiben. Start, bis zur ersten Wende habe ich ein komische Gefühl, geht es überhaupt nach vorne, aber ich habe Andi immer noch knapp vor mir. Bei der zweiten Wende verliere ich ihn aus den Augen und gebe alles was geht. Beim Wechsel schreit mir mein Uwe zu, das ich unter 30 geschafft habe, am Ende steht eine 28:06, einfach geil! Weiter gehts, schwimmen abhaken, Mr. T 2 wartet.
Ab durch die Wechselzone, durch mein AWA Silber stehe ich direkt neben den Profis, ist ja auch mal was! Diesmal wird Mr. T 2 nicht am Sattel durch die Wechselzone geschoben, sondern vorne am Lenker (das war die Sturzursache auf Mallorca) und es geht, ich komme gut aufs Rad. Die ersten 20 km geht es flach  an der Mosel lang. Dann wird auf der Straße gewendet und es geht 18,5 km flach zurück. Dann geht es los. Rechts hoch und ab jetzt wird es interessant. Auf den nächsten 40 km, kommen immer wieder harte Anstiege. Da wir einen Tag vorher die Radstrecke mit unserem Freund Dominik Loskamp (die Radstrecke ist seine Trainingsstrecke) abgefahren sind, wußte ich was kommt. Nach den teilweise steilen Abfahrten kommt immer eine enge Kurve , so daß Du immer voll abbremsen must, anschließend geht immer wieder in eine Rampe, so kannst Du natürlich nicht den Schwung mitnehmen sondern must immer wieder neu antreten, das kostet Körner, aber ist auch ein guter Test für Mr. T 2. Die letzten 15 km sind dann wieder Flach und gehen an der Mosel entlang.
Resultat: 2:56 h Bestzeit, was soll ich sagen, ich wußte das Mr. T 2 schnell ist, aber ich wußte nicht, das er so abgeht! Auch der Wechel klappt super. Kein Unfall, kein Defekt, es läuft!
Ab auf die Laufstrecke: es wird heiß, 35 Grad gefühlte 45 Grad auf dem Asphalt. 4 Runden a 5,3 km erwarten mich und dann der Zieleinlauf. Leider hatte der Veranstalter sein Versprechen nicht wahr gemacht, eine weiter Wasserstelle in der Mitte der Laufstrecke aufzubauen, das wichtigste ist das Kühlen des Körpers, so wurde das Laufen echt zu einem Problem, es war einfach viel zu heiß und viel zuwenig Wasserstellen. Zudem merke Ich meinen ledierten Oberschenkel, aber diesmal muss Ich einfach da durch. Ich kämpfe, kann aber keinen richtigen Druck beim Laufen entwickeln, toll war, das ich meinen Anhang immer wieder sehen konnte. Das hat mich motiviert und gepusht. Nach 2:02 komme ich ins Ziel, ich freue mich total beim Zieleinlauf, da ich nicht damit gerechnet hatte, das so ein tolles Rennen rauskommt.
Gesamt werde ich 6te meiner Alterklasse und zweitbeste Deutsche mit einer Gesamtzeit (Wechselzeit kommt ja noch ontop) von 5:35:07, damit habe ich meine Bestzeit von der WM in Australien nochmals um 12 Minuten verbessert (5:47:02).
Ich bin einfach nur happy!!!
Danke an meinen Trainer Andreas Wind, der mich wieder einmal optimal auf den Wettkampf vorbereitet hat, an meine Bettina Zünkeler  die mich mit viel Geduld wieder einmal fit bekommen hat und natürlich an Anne, die Mr. T 2 und mich langsam zu einer Einheit werden läßt! Und meinen kleinen aber feinen Fanclub, der mich immer unterstützt!